Im Gegensatz zu den letzten Tagen ist es heute bewölkt und grau. Wir fahren Richtung Nord-Westen und nehmen den bergigen Highway. Die kurvigen Straßen erinnern uns ein bisschen an den Schwarzwald, nur mit Eukalyptus statt Tannen.

Zwischenstopps

Unterwegs halten wir ab und zu an und schauen uns um. Wir unternehmen eine kleine Wanderung durch den Regenwald zu dem Halls Wasserfall. Der Weg führt uns durch einen Wald mit hohen Eukalyptusbäumen und Palmenfarnen. Auf dem Rückweg nehmen wir eine alternative Route und müssen uns zum Teil durch das Dickicht schlagen. Da ist wohl schon länger niemand mehr entlanggelaufen.

Eukalyptusbäume & Farne

An einer anderen Stelle ist auf der Karte neben dem Highway ein Aussichtspunkt markiert. Wir parken, laufen wenige Meter und stehen auf einer Aussichtsplattform mit verblasstem Schild und Blick auf Bäume, statt Weitblick. Später machen einen weiteren Zwischenstopp und unternehmen einen Spaziergang durch den Regenwald. Verstreut stehen hier Tafeln, die anhand einer kleinen Geschichte von Myrtengewächsen erzählen, zu deren Familie auch die Eukalyptusbäume gehören. Am Abend kommen wir im Regen in unserer Unterkunft auf einer Farm an. Wir dürfen uns im Garten bedienen, frühstücken frisch gepflückte Äpfel und Kiwis und kochen Mangold.

Inmitten von Kängurus

Unser Hauptziel an der Nordküste Tasmaniens ist der Narawntapu Nationalpark. Er wird auch “Serengeti Tasmaniens” genannt und wir hoffen darauf hier verschiedene Känguruarten in freier Wildbahn beobachten und in schönem Licht fotografieren zu können. Daher sind wir zum Sonnenaufgang im Nationalpark. Schon vom Auto aus sehen wir einige Kängurus bevor wir den Parkplatz erreicht haben. Wir laufen etwas in Richtung einer Lagune und beobachten eine Weile lang eine Gruppe Östlicher Grauer Riesenkängurus. Es sind noch keine anderen Menschen unterwegs und die Tiere lassen sich durch uns kaum stören. Die tief stehende Sonne liefert eine tolle Beleuchtung für Fabians Fotos, es ist wunderschön. Nach einer Weile bemerken wir Bewegung im Beutel eines der Kängurus und tatsächlich schaut kurz darauf ein Köpfchen heraus.

Östliche Graue Riesenkängurus

Unsere Unterkunft liegt ca. 20 Minuten vom Nationalpark entfernt und wir kehren an beiden Tagen, die wir hier verbringen, zu verschiedenen Zeiten in den Park zurück. Nachmittags gehen an den Strand. Da Ebbe ist, können wir auf dem festen Sand gut laufen. Wir sehen viele Vögel, darunter schwarze Kakadus und Austernfischer, sowie einige Kängurus in den Dünen.

Schwarzer Kakadu

Zu Beginn der Abenddämmerung sind im Nationalpark besonders viele Kängurus zu sehen, hauptsächlich Rotnackenwallabys, aber auch einige Riesenkängurus und Rotbauchfilander.

Nachdem es am Morgen aufhört zu regnen unternehmen wir eine Wanderung zum Archers Knob, einem Berg mit Aussicht über den Nationalpark. Hier kann man die verschiedenen Bereiche des Geländes gut erkennen, der Park erstreckt sich vom Strand über ein Wäldchen bis zu einer großen Rasenfläche mit der Lagune.

Narawntapu Nationalpark

Unterwegs begegnen wir wieder zahlreichen Kängurus und verschiedenen Vögeln. Wir bleiben inmitten der Kängurus bis es zu dunkel zum Fotografieren ist. Unsere Wünsche wurden hier vollstens erfüllt.

Auf der Suche nach dem Schnabeltier

An einem der Tage unternehmen wir einen Ausflug zum Platypus-Haus. Dort leben je vier Schnabeltiere (Platypus) und Ameisenigel (Echidnas). Sie alle wurden gerettet, leben jetzt unter menschlicher Obhut und werden bei Führungen bzw. Fütterungen dem Publikum präsentiert. Die Ameisenigel laufen zwischen unseren Füßen umher und zeigen keinerlei Scheu. Die Schnabeltiere leben unserer Meinung nach in recht kleinen Gehegen und wir erleben den Besuch zwiespältig.

Am liebsten würden wir die Tiere in freier Wildbahn erleben und der Eigentümer unserer Unterkunft gibt uns den Tipp es im nahegelegenen Arboretum zu versuchen. Hier habe er schon einen Platypus gesehen. Das Arboretum ist ein botanischer Garten, dessen Schwerpunkt auf Bäumen liegt. Wir steuern die Gewässer des Parks an und sind gespannt, ob wir ein Tier finden. Schnabeltiere sind hauptsächlich nachtaktiv, aber besonders in Seen sieht man sie wohl auch oft tagsüber.

Schnabeltier (Platypus)

Und tatsächlich, direkt im ersten Abschnitt des Sees schwimmt ein sehr aktives Tier umher und auch in weiteren Bereichen des Sees können wir noch mehrere Schnabeltiere beobachten. Es freut uns sehr, wir hatten nicht damit gerechnet, dass es so gut klappt.

Mit diesem Erfolgserlebnis lassen wir den Norden der Insel hinter uns und fahren Richtung Berge. Es ist recht regnerisch, aber auch sonnig, sodass uns die Berge mit einem Regenbogen begrüßen.

Paula & Fabian



Artikelserie Australien: