Maria Island

Wir starten in der Dämmerung und fahren mit einem spektakulären Sonnenaufgang (der natürlich viel schöner ist als der von gestern, als wir am Fotospot standen) zum Fähranleger nach Triabunna. Beim kleinen Shop am Hafen würde Fabian am liebsten ein riesiges Wombat Kuscheltier kaufen, aber Paula überzeugt mit vernüftigen Argumenten, wie mangelndem Platz im Koffer, und so hoffen wir lieber darauf, gleich die lebendigen Tiere zu sehen. Nach einer 45-minütigen Fährfahrt erreichen wir die kleine, autofreie Insel Maria Island.

Maria Island

Hier gibt es nur eine handvoll Häuser, die meisten Besucher sind Tagesgäste. Es gibt aber auch eine sehr einfache Unterkunft und mehrere Campingplätze. Auf der Insel stehen einige Ruinen aus der Zeit der Sträflingskolonien um 1824. Was uns aber mehr interessiert, ist die Vielfalt an Wildtieren und die Möglichkeit, die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten.

Wir haben gerade Fuß auf die Insel gesetzt und sind keine 100m gelaufen, da begegnen wir unserem ersten Wombat, einem zuckersüßen Jungtier.

Baby Wombat

Zügigen Schrittes machen wir uns direkt auf den Weg zu den Painted Cliffs, da die Felsformation an der Küste am besten bei Ebbe zu sehen ist und das Wasser so langsam schon wieder steigt. Unterwegs sehen wir die ersten ausgewachsenen Wombats, die am Wegesrand grasen. Da sich die Tiere von den Menschen nicht gestört fühlen, auch wenn einige ihnen für Selfies mit dem Handy viel zu nahe kommen, heben wir uns das Fotografieren für später auf. Insgesamt sehen wir an diesem Tag über 20 Wombats und können diese in aller Ruhe beobachten und fotografieren.

Painted Cliffs

Nach dem Abstecher zu den Klippen laufen wir durch einen Waldabschnitt, in dem wir zahlreichen Kängurus begegnen: Wallabys und Flilandern (Pademelon). Trotz der vielen Mitreisenden auf der Fähre sind wir hier ganz allein und können diese, für uns besonderen Tiere aus nächster Nähe beobachten. Neben den Kängurus und Wombats sind viele Vögel zu sehen. Wir freuen uns besonders über einen Kookaburra (Lachender Hans), dessen Ruf sehr markant ist. Wir haben ihn noch gut von unserer ersten Australienreise in Erinnerung.

Kookaburra

Bei Sonnenuntergang nehmen wir die Fähre zurück zum Festland und sind noch ganz begeistert von den Begegnungen mit den Tieren in freier Wildbahn.

Bicheno

Auf dem Weg Richtung Norden machen wir ein paar Zwischenstopps, u.a. in Bicheno, einer kleinen Stadt an der Küste. Wir spazieren ein kleines Stückchen auf Felsen am Meer und sehen ein Blowhole, das diesmal auch wirklich eines ist. Bei jeder größeren Welle spritzt das Wasser teilweise meterhoch aus dem Loch im Gestein. Außerdem genießen wir an einem Aussichtspunkt den Blick über die Stadt und die Küste. Mit etwas Glück könnten Wale zu sehen sein, die zu dieser Jahreszeit an Neuseeland und Tasmanien vorbei migrieren. Fabian bildet sich auch kurz ein ein Wal zu sehen, aber es stellt sich doch als Boot heraus.

Blowhole

Bay of Fires

Weiter oben an der Ostküste beziehen wir unsere Unterkunft in St Helens. Der Küstenabschnitt hier wird Bay of Fires genannt, da viele Felsen an der Küste von roten Flechten (Caloplaca) überzogen sind.

Bay of Fires

Wir schauen uns mehrere Küstenabschnitte zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten an. Da die Tage hier nicht lang sind, Sonnenaufgang gegen 7:30 Uhr und Sonnenuntergang gegen 17:00 Uhr, starten wir meist kurz bevor die Sonne aufgeht und genießen die Ruhe und das schöne Licht am Morgen. Auf Tasmanien ist die Lichtverschmutzung sehr gering, ideal für Astrofotografie und Fabian möchte noch ein gutes Foto mit der Milchstraße machen. Jetzt ist allerdings der Mond zu voll und sein helles Licht lässt die Sterne daneben verblassen.

Sonnenaufgang

Neben den Felsen gibt es hier auch viele Sandstrände, das Wetter ist passend sehr sonnig und mit bis zu 14°C auch recht warm im Winter, ins Wasser wollen wir trotzdem nicht. Wir besuchen mehrere Buchten, die sich doch alle stark ähneln. Eine schöne, aber unserer Meinung auch einseitige Gegend Tasmaniens.

So fällt uns der Abschied von der Ostküste nicht all zu schwer und wir machen uns über kurvige Straßen durch den Regenwald auf den Weg in den Norden der Insel.

Paula & Fabian



Artikelserie Australien: