Über Ostern verbringen wir knapp zwei Wochen in Südfrankreich. Vor uns liegen zwei sehr unterschiedliche Landschaften: das flache Schwemmland der Camargue im Rhonedelta und die Verdonschlucht in den Bergen der Provence.
Marseille
Die ersten Tage bleiben wir in Marseille. Fabian arbeitet noch ein paar Tage (Workation) und Paula schaut sich in der Zeit die Stadt an. Abends sind wir dann gemeinsam unterwegs, meist zum Abendessen. Wir finden einige Restaurants, in denen glutenfrei essen überhaupt kein Problem ist.
Camargue
Dann geht es raus aus der Stadt. Am Flughafen holen wir unseren Mietwagen ab und fahren Richtung Camargue. Unser erster Stopp sind die Salinen bei Salin-de-Giraud. Flache Wasserbecken, so weit man schauen kann. Sie werden im Frühjahr mit Meerwasser geflutet, das dann über mehrere Monate in der Sonne verdunstet, bis das Salz zurückbleibt und im Spätsommer geerntet werden kann.
Bekannt ist die Camargue außerdem für ihre Pferde, die hier wohl in halbwilden Herden, den Manades, leben. Wir sehen die Tiere hauptsächlich eingezäunt. Oder in Kolonne mit Touristen auf dem Rücken, oder auch mal einem Kuhreiher. Ob er das Pferd für eine Kuh hält?
Flamingos
Hier sind wir aber vor allem wegen der Flamingos. In den Lagunen der Camargue liegt der einzige regelmäßige Brutplatz Frankreichs und eine der größten Kolonien des gesamten Mittelmeerraums, in guten Jahren brüten hier rund 15.000 Paare.
Unsere Unterkunft liegt in einem Dörfchen unweit der Petit Rhône. Von hier aus fahren wir morgens auf eigene Faust los, um die wilden Tiere zum Sonnenaufgang zu beobachten und zu fotografieren. Wir finden auch einige Tiere im Morgenlicht, allerdings werden wir auch von jeder Menge Mücken gefunden. Das hatten wir zu der Jahreszeit so nicht erwartet.
Abends sind wir im Parc Ornithologique de Pont de Gau. Hier werden Flamingos gefüttert, sodass die wilden Tiere tagsüber einfliegen, um zu fressen. So kommt man sehr nah an die Vögel heran und kann sich fotografisch austoben. Besonders gut gefällt uns, dass der Park nach Schließung selbstständig durch eine Drehtür verlassen werden kann. So können wir bis zum Sonnenuntergang bleiben und das schöne Abendlicht zum Fotografieren nutzen.
Verdonschlucht
Anschließend fahren wir in die Berge, unsere Ferienwohnung liegt in La Palud-sur-Verdon. Wir unternehmen eine Wanderung in den Bergen oberhalb der Schlucht, mit einem tollen Ausblick hinunter. An einem anderen Tag fahren wir vom Stausee Lac de Sainte-Croix aus mit einem Tretboot in die Schlucht hinein, zwischen den Felswänden hindurch, den Fluss aufwärts.
Gänsegeier
Außerdem wollen wir hier Gänsegeier sehen. Die Vögel waren in der Region über ein Jahrhundert lang verschwunden, bis im Oktober 1999 bei Rougon die ersten zwölf Tiere ausgewildert wurden. Inzwischen brüten wieder rund 360 Paare in den Felsen der Schlucht.
Am frühen Abend sind wir an den Aussichtspunkten an der Schlucht. Zunächst sehen wir gar nichts. Dann entdecken wir die ersten Tiere in den Felshöhlen auf der anderen Seite und wissen endlich, wonach wir eigentlich suchen müssen.
Nach und nach segeln immer wieder Geier durch die Luft, direkt vor uns und unter uns. Sie lassen sich von der Thermik scheinbar mühelos in die Höhe tragen, ohne einen einzigen Flügelschlag. Mit einer Spannweite von bis zu 2,70 Metern ist das ein beeindruckender Anblick.
Damit sind die knapp zwei Wochen auch schon wieder vorbei. Früh am Morgen machen wir uns auf den Weg zum Flughafen, geben den Mietwagen ab und treten die Heimreise an.
Weitere Fotos aus der Camargue und der Verdonschlucht findest du in der Galerie Frankreich auf meiner Webseite.
Paula & Fabian