Von Mouteka starten wir die Fahrt Richtung Westküste durch das Mouteka Tal. Dieses wird stark landwirtschaftlich genutzt und wir sehen Apfel-, Orangen und Kiwiplantagen, außerdem erstaunlich viel Hopfen.
Cape Foulwind
Wir machen unterwegs noch einen kurzen Zwischenstopp bei einem Wasserfall und kommen am Nachmittag in Westport an. Da es regnerisch ist, laufen wir nur kurz zum Leuchtturm und fahren dann weiter nach Cape Foulwind. Hier lebt eine Robbenkolonie. Im Gegensatz zu Kaikoura sieht man die Tiere aber nur von einer Aussichtsplattform von oben. Dafür hat man noch einen Blick auf die felsige Küste.
Aufgrund des Erdbebens bei Kamtschatka (Russland) wird für die gesamte neuseeländische Küste eine Tsunamiwarnung der niedrigsten Stufe ausgegeben. Diese erhalten wir zuverlässig auf unsere Handys, auch in abgelegeneren Gebieten ohne Mobilfunkverbindung. Für uns heißt das, wir meiden Strandgebiete. Es geht die Küste hinunter Richtung Hokitika und haben immer wieder tolle Ausblicke auf Felsformationen. Die Wellen sind riesig, aber wir kennen den Normalzustand ja nicht. Die Neuseeländerinnen vom Besucherzentrum bei den Pancake Rocks sind jedenfalls komplett entspannt und haben bisher nichts Außergewöhnliches bemerkt. Die Kalksteine sind vor etwa 30 Millionen Jahren am Meeresboden entstanden und erinnern vage an gestapelte Pfannkuchen.
Anstatt einen Strandspaziergang zu machen, entscheiden wir uns also für eine Wanderung im Regenwald. Der Weg ist auch für Mountainbikes geeignet, es gibt jedoch Abschnitte, die nur für Fußgänger*innen erlaubt sind. Wie wir feststellen, werden letztere nicht instand gehalten, was uns ein Schild erst nach der Hälfte des Weges auch mitteilt. Nun ja, der Wald ist schön und der Weg ist zum Glück nicht soo schlecht. Wir überqueren immer mal wieder Flüsse und Bäche, zweimal mit einer Hängebrücke, was schön ist.
Hokitika
Nachdem wir in Hokitika unsere Unterkunft bezogen haben, gehen wir zur Strandpromenade und bestaunen einen tollen Sonnenuntergang. Nach dem Abendessen geht es in der Dunkelheit dann zur Glowworm Dell. Schon im Mt Field Nationalpark auf Tasmanien hatten wir welche gesucht, aber kaum etwas gesehen. Hier sehen wir nach ein paar Schritten die ersten kleinen Punkte und am Ende sind es Massen, die hell leuchten. Wie ein Sternenhimmel aus winzigen blauen Lichtern. Wir sind beeindruckt – eine tolle Erfahrung!
Wir nähern uns so langsam den Gletschern der Südinsel, was unter anderem am türkisfarbenen Wasser des Hokitika Gorges erkennbar ist. Es ist eine recht kurze Wanderung im Wald, bei der es aber viel zu sehen gibt. Die Hauptattraktion ist der Fluss. Wir haben tolle Ausblicke vom Ufer und von den zwei Hängebrücken aus. Zum Teil sehen wir in der Ferne schneebedeckte Berge.
Fox Glacier
Die beiden bekanntesten Gletscher auf der Südinsel Neuseelands sind der Franz Josef- und der Fox Gletscher, zu beiden gibt es auch ein Örtchen mit dem jeweils gleichen Namen. Beide Gletscher sind inzwischen allerdings soweit abgeschmolzen, dass man zwar ihre Gletscherzungen sehen kann, zum Betreten aber ein Helikopterflug notwendig ist. Wir fahren zum Sonnenuntergang zu einem Aussichtspunkt im Ort Fox Glacier, von wo aus man einen tollen Blick auf den Gletscher im Abendlicht hat.
Im Dunkeln unternehmen einen Spaziergang in den nahegelegenen Wald. Unsere Augen gewöhnen sich schnell an die Dunkelheit und dank des Mondscheins erscheint es uns heute heller als am Vortag. Auch heute sind wir auf der Suche nach den Glowworms. Sie sind schwieriger zu finden als in Hokitika, aber einige von ihnen befinden sich direkt am Wegesrand, sodass wir sie aus nächster Nähe sehen und fotografieren können. Der Weg ist sehr beliebt und immer wieder kommen Leute vorbei, die uns und die Tiere mit ihren hellen Lampen blenden. Werden die Tiere viel angeleuchtet hören sie auf zu leuchten und können somit keine Beute fangen. Wenn das zu häufig passiert, verhungern sie. Rotes Licht stört sie hingegen kaum und ist somit eine gute Alternative, um den Weg und den Wald besser zu sehen.
Am nächsten Morgen fahren wir zum Sonnenaufgang zum Lake Matheson. Wir starten die Wanderung noch fast im Dunkeln, langsam wird es immer heller. Der Weg verläuft durch einen Wald, zwischendrin gibt es ein paar Aussichtsplattformen mit Blick auf den See. Pünktlich zum Sonnenaufgang sind alle Wolken weg, mit der Spiegelung der schneebedeckten Berge im See, leichtem Nebel und Paradiesgänsen ist die Stimmung aber trotzdem sehr schön.
Später gehen wir nochmal bei Tageslicht in den Wald vom Vortag. Wir sehen die Fäden der Glowworms und einen sehr grünen Wald: Alles ist bewachsen, auf/ an Baumstämmen wachsen Moos und andere Pflanzen.
Morgen setzen wir unsere Reise dann Richtung Inland fort.
Paula & Fabian
Artikelserie Neuseeland:
- Teil 1: Christchurch
- Teil 2: Kaikoura & Marlborough Sounds
- Teil 3: Golden Bay
- Teil 4: Westküste
- Teil 5: Wanaka
- Teil 6: Milford Sound & Moeraki
